Magnus diente den Menschen in Worten und Taten und mit der Gründung kleiner Zentren des Glaubens und der Kultur. Magnus erhielt sich aber auch den Drang zur Einsamkeit und suchte die Stille eines Einsielerdaseins. Gemeinsam und einsam, Zuwendung und Rückzug – in diesem Gleichgewicht kann uns Magnus ein Vorbild sein.
Magnus ist ein irisch geprägter Mönch. Denn als Mönch St. Gallens lebt er dort Anfang des 8. Jhs. wahrscheinlich gemäß der irischen Columbansregel.
Um 746 n. Chr. kommt in St. Gallen plötzlich ein Bote des Augsburger Bischofs Wikterp an. Dieser bittet den Abt des Klosters, Otmar, um einen Mönch, der das Licht des Evangeliums in Allgäu trägt. Magnus wird für diese Mission ausgewählt. Gemeinsam mit einigen Gefährten macht er sich auf den Weg. Im Allgäu angekommen trifft er auf verwüstete, beinahe verlassene Siedlungen und auf Menschen, die in den alten alemannischen Opferungsriten verhaftet sind. Die Kriege und die gewalttätigen Christianisierungsversuche in jener Zeit haben ihre Spuren hinterlassen, wie etwa in Kempten. Die Mönchsgruppe reist von hier aus weiter über Epfach am Lech und Roßhaupten nach Waltenhofen am Forggensee und schließlich nach Füssen.
Magnus ist auf seiner Reise nicht allein. Sein Freund und Begleiter Tozzo ist stets an seiner Seite. Vielleicht ist er der anamcara, sein Seelenfreund, wie er in der irischen Klosterkultur bekannt ist. Mit ihm durchstreift Magnus das Allgäu bis sie an der vorletzten Station seiner Reise, wahrscheinlich dem heutigen Waltenhofen, angelangen. Wo die Mönche hinkommen gründen sie kleine hölzerne Klosterzellen, die über die Jahre zu Zentren der Spiritualität und Kultur und für die Allgäuer zu einer lebendigen alltagsnahen Verkörperung des christlichen Glaubens werden. Es dauert nicht lange, bis die Mönche dort von der Bevölkerung aufgesucht werden, die sie um Lehre, Gebet oder Seelsorge bittet. Die Folge: Mehr Menschen siedeln sich wieder im Allgäu an, die kulturelle Landschaft erblüht, neue wirtschaftliche Ressourcen - wie z. B. der Eisenerzabbau am Berg Säuling – werden erschlossen und der christliche Glaube wird im Allgäu in der Tiefe angenommen.
Magnus ist den Menschen zugewandt, sucht aber auch immer wieder die Einsamkeit. Nachdem Waltenhofen zu einem überaus betriebsamen Ort geworden ist, zieht er sich zurück. Er wandert einige wenige Kilometer das Lechtal hinauf, bis zur Lechschlucht, wo heute Füssen liegt, und lässt sich dort nieder. In den kommenden 25 Jahren suchen ihn auch in dieser wilden und imposanten Umgebung die Menschen auf. Um 772 n. Chr. erkrankt Magnus in Füssen an Fieber und stirbt im Beisein seiner Gefährten.
Magnus diente den Menschen in Worten und Taten und mit der Gründung kleiner Zentren des Glaubens und der Kultur. Magnus erhielt sich aber auch den Drang zur Einsamkeit und suchte die Stille eines Einsielerdaseins. Gemeinsam und einsam, Zuwendung und Rückzug – in diesem Gleichgewicht kann uns Magnus ein Vorbild sein.
sgd
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